- Initiative "Dreck Attack"
- Projekt "Packs auf Pauli"
- Projekt "Plan los!"
- Erlebnis- und Abenteuerangebote
- Väterprojekt
- Erwachsenenfortbildungen Thema "City Bound"
- Gewaltprävention durch Kampfesspiele®
- Zivilcourage-Workshops für Jahrgang 9
- Das Jugendprojekt "Big Point" im fünften Jahr

Seit September 2011 ist Big Point in der dritten Runde. Neun junge Männer sind bereit das Schicksal in die Hand zu nehmen und etwas aus ihrem Leben zu machen. Die Teilnehmer aus den letzten beiden Durchgängen dienen dabei als Vorbild. So sind wir zuversichtlich, dass auch Big Point III ein voller Erfolg wird. Wir geben alles.
- Jugendprojekt "Big Point II"

Nach einem so erfolgreichen ersten Durchgang, in dem alle Teilnehmer ihre berufliche Perspektive maßgeblich verbessert haben und mit dem "Lauf des Lebens" (einer Wanderung rund um Hamburg) ein tolles Abschlußprojekt abgeliefert haben, war es nur logisch dass "Big Point" in die zweite Runde geht. Es gelten die gleichen Regeln wie beim ersten Mal. Neu ist, dass diesmal einige der jungen Männer von Big Point I die Patenschaft für die neue Gruppe übernehmen.
- Jugendprojekt "Big Point"

7Jungs 2Jahre 1Ziel
Gemeinwesenarbeit St.Pauli e.V. Zentrum für stadtteilbezogene Kultur- und Sozialarbeit
Hein-Köllisch-Platz 8-12, 20359 Hamburg Fon 040/319 36 23 www.koelibri.de
Ziel des Projekts ist es, dass jeder Teilnehmer einen Ausbildungsplatz bekommt. Dazu werden die Jungen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert. Sie bekommen Hilfe bei der Überwindung von Verhaltensproblemen, ihr Selbstwertgefühl sowie ihre Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit werden gesteigert. Auf diesem Weg erlangen die Teilnehmer die Befähigung, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten und verbessern maßgeblich ihre sozialen Kompetenzen. Dies alles, und natürlich die eigene Motivation, sind die Grundvorrausetzung, einen Ausbildungsplatz zu finden und zu behalten.
Das Projekt geht über zwei Jahre. Die Gruppentreffen finden zweimal wöchentlich statt und dauern 3 Stunden. Inhalt der sozialen Gruppenarbeit ist zum Beispiel das gemeinsame Kochen und Essen, die Bewältigung von Problemlöseaufgaben und kooperativen Abenteuerprojekten, Klettern, Kanufahren, Agieren vor der Kamera u.v.a.m.. Wir machen eine Wochenendfahrt pro Jahr und eine mehrtägige Abschlussfahrt.
2 Jahre "Big Point" ---Impressionen---
- "Dreck Attack"

Dreck Attack räumt auf!
Ein gelungenes Beispiel für die Arbeit mit männlichen Jugendlichen ohne Perspektive
„Direkt vor meiner Haustür stinkt es nach Hundescheiße. Das ist absolut widerlich. Ich könnte kotzen.“ Özgür, 17 Jahre
„Dreck Attack“ ist ein Projekt von sieben männlichen Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren, die mehrheitlich einen Migrationshintergrund haben. Sie wollen etwas für sich und ihren Stadtteil tun. Es stinkt ihnen schon lange, dass St. Pauli so stark vermüllt ist.
„Mütter mit ihren kleinen Kindern gehen durch den Stadtteil und müssen Angst haben, dass die Kleinen in die Wodka – Flaschenscherben fallen.“ Timo, einer der beiden gewählten Teamleiter, 16 Jahre.
Deswegen nehmen die Jugendlichen die Greifer jetzt selbst in die Hand und kümmern sich um ein schöneres St. Pauli.
Entstanden ist diese Idee im Rahmen des Jugendprojektes „Big Point“ unter der Trägerschaft der Gemeinwesenarbeit St. Pauli-Süd e.V. Heute gehen die Jugendlichen mit Schaufeln und Müllsäcken in den Stadtteil. Sie ergreifen die Initiative, St. Pauli zu reinigen und hoffen, den Freunden, Bekannten und Nachbarn ein gutes Beispiel zu sein. Ihr Ziel ist es, bei allen Bewohnern mehr Selbstinitiative und Verantwortungsgefühl zu wecken. Dabei betonen sie, dass St. Pauli auch deswegen so vermüllt ist, weil es jedes Wochenende 200.000 Besucher und Touristen verkraften muss.
„„Wir fahren doch auch nicht in andere Stadtteile und pinkeln da gegen die Häuserwände.“
Kevin, Teamleiter,18 Jahre
„Dreck Attack“ ist eine Initiative, die für alle offen ist. Jede und jeder können sich beteiligen. Bis Ende des Jahres soll in St. Pauli- Süd / Altona – Altstadt einmal in der Woche für drei Stunden der Müll weggeräumt werden. Dann hoffen die Jugendlichen, dass mehr Mülleimer und Gassibeutel benutzt werden und dass vor allem die Besucher den Stadtteil nicht als den Wildacker ansehen, wo sie die Sau raus lassen können.
Die Hamburger Stadtreinigung hat sich zur Unterstützung bereit erklärt.
Die GWA St. Pauli-Süd e.V. hat „Big Point“ gegründet, um jungen Männern die Möglichkeit zu geben, sich eine Lebensperspektive zu erarbeiten. Vorrangiges Ziel ist es, für alle einen Ausbildungsplatz zu finden.
„Wir müssen den Jugendlichen eine Perspektive geben und sie spüren lassen, dass sie etwas
zu verlieren haben.“ Richard Krauß, Leiter des Jugendprojektes
Benachteiligte Jugendliche brauchen ein starkes Gegenüber, das sich mit ihnen auseinandersetzt, an dem sie sich reiben können. Jemanden, der sich für ihre Belange einsetzt und ihnen zeigt, was es für ein befriedigendes Gefühl ist, für andere etwas zu tun, sich stark zu machen und dadurch selbst stark zu werden. Es ist immer erfolgreicher, in Bildung und soziale Arbeit zu investieren als später in Erziehungscamps und Jugendknäste.
Hamburg, den 11. Januar 2008
Claudia Leitsch, Geschäftsführerin
- Ein Jahr „Dreck Attack“

Als die Reporterin vom Abendblatt im Dezember 2007 fragte “Und was passiert mit „Dreck Attack“, wenn ihr im August alle einen Ausbildungsplatz habt?“ antworteten die Jungs:
„Wir werden es mindestens ein Jahr lang machen, dann sehen wir weiter“.
Nun ist es soweit, das Jugendprojekt „Big Point“ hat sich Ende 2008 für ihre Initiative „Dreck Attack“ das letzte Mal zum Müll sammeln auf St. Pauli getroffen. Als große Abschlussaktion wollten sich die Jungs bei unserem Kooperationspartner, der Ganztagsschule St. Pauli, für die gute Zusammenarbeit bedanken und sammelten einen Nachmittag lang den Müll auf dem Schulhof weg. Schulleiter Gerald Pump-Berthe und Schulsozialarbeiter Axel Wiest empfingen die Jugendlichen mit Cola und frischen Brezeln. Der Hausmeister stellte seinen Trecker mit der Reinigungsbürste zur Verfügung und so konnte „Dreck Attack“ auch den Fußballplatz saubermachen.
Ein ganzes Jahr lang haben sieben Jugendliche freiwillig auf St. Pauli Müll gesammelt. Die Idee stammt von den Jugendlichen selber, die ihren Stadtteil zu dreckig fanden und dagegen etwas unternehmen wollten. Von da an trafen sie sich einmal in der Woche, um drei Stunden lang mit Greifzangen, Besen, Schaufeln und Müllsäcken bewaffnet sauber zu machen.
„Die Aktion ist eher symbolisch zu verstehen. Den Jungs war klar, dass sie es mit einmal sammeln pro Woche nicht schaffen würden, den vielen Müll auf St. Pauli wegzuschaffen. Es ging vielmehr darum, ein Zeichen zu setzen. „Dreck Attack“ hat die Geschäftsleute und Bewohner aufgefordert aktiv dazu beizutragen ihr eigenes Viertel sauber zu halten.“ sagt Richard Krauß (Sozialarbeiter und Leiter des Jugendprojekts Big Point). Doch auch wenn alle im Viertel sehr positiv auf die Jugendlichen in ihren gelben Warnwesten reagierten, so hat sich doch niemand bereit erklärt sich aktiv zu beteiligen. Ömer berichtet: „Geld wurde uns öfter angeboten, aber was sollen wir mit Geld. Wir haben ja zum sammeln alles was wir brauchen. Nur sind wir zuwenig Leute, um den ganzen Müll alleine wegzuschaffen.“
Özgür sagt: „Wir haben uns schon mehr Unterstützung erhofft, aber die Leute haben einfach keine Zeit oder keine Lust. Und wir sind ja nicht alleine dafür zuständig St. Pauli sauber zu halten.“
Inzwischen haben alle Jugendlichen einen Ausbildungs- oder Berufsschulplatz und haben keine Zeit mehr sich wöchentlich zum sammeln zu treffen. „Es war zwar anstrengend aber es hat auch viel Spaß gemacht sich nützlich zu machen. Das Jahr ist schnell vergangen und es ist eigentlich schade, dass „Dreck Attack“ jetzt vorbei ist.“ Sagt Timo, einer der beiden Teamleiter.
Für die Jungs war es jedenfalls insgesamt eine positive Erfahrung. Sie haben für die Gesellschaft etwas Sinnvolles auf die Beine gestellt und bis zum Schluss durchgezogen. Daran werden sie denken, wenn es in Zukunft darum geht sich für ihre eigenen Ziele und für andere Menschen einzusetzen.
- Projekt: "Packs auf Pauli"

Bewerbungsfoto: Photo-Service-Shop, Dammtorstrasse 22
Kooperationspartner: Jugendhaus St. Pauli & Ganztagsschule St. Pauli
„Schüler zu blöd für die Lehre!“ titelt die Hamburger Morgenpost am 21.März 2009 und beschreibt damit einen Zustand, den Ausbildungsbetriebe aus unterschiedlichsten Berufszweigen seit Jahren bemängeln. Viele SchülerInnen sind nicht ausbildungsreif. Neben unzureichenden Kenntnissen in Deutsch und Mathe mangelt es den Jugendlichen an Motivation, Belastbarkeit und Disziplin. Ebenso hapert es bei den Bewerbungsunterlagen. Ein Ladenbesitzer schildert, dass ihm bis zu 600 Bewerbungen pro Ausbildungsplatz geschickt werden, aber die meisten davon so schlecht sind, dass es die Bewerber gar nicht erst ins Vorstellungsgespräch schaffen. In unserer langjährigen Erfahrung als Sozialarbeiter auf St. Pauli können wir diese Defizite bestätigen.
Für Jugendliche, die einem sozialen Brennpunkt wie St. Pauli Süd leben, verschärft sich diese Problematik noch durch die Tatsache, dass 85% von ihnen einen Migrationshintergrund haben und in der schwierigen Übergangsphase Schule/Beruf keine Unterstützung von ihren Eltern erhalten. Die Jugendlichen haben keine oder nur eine sehr ungenaue Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft. Angenommene Perspektivlosigkeit und unrealistische Vorstellungen verstellen den Blick auf die realen Möglichkeiten.
Mit dem Berufsorientierungsprojekt „Packs auf Pauli“ reagieren wir auf diese Zustände. In Kooperation mit der Ganztagsschule St. Pauli werden wir die Schüler und Schülerinnen von zwei achten Klassen (ca. 55 SchülerInnen), auf ihre Berufswahl vorbereiten und sie beim Erreichen ihrer Pläne unterstützen.
Alexander Michael und Richard Krauß im März 2009
- Plan los!!
Jeden Mittwoch von 12°° - 15°° Uhr im Kölibri am Hein-Köllisch-Platz 12.
- Jungsgruppe im Rahmen von SAE Altona-Altstadt-Nord
Kooperierende Einrichtungen: Louise Schroeder Schule, Haus Drei,
Angebot: Erlebnis und Abenteuer für Jungen der vierten Klassen
Zielsetzung:
Jungen stärken und ihnen Entwicklungsraum für ihr „Junge sein“ zur Verfügung stellen,
Soziales Lernen fördern, Förderung von Selbstbewusstsein, Kreativität, Motorik;
mit Grenzen umgehen lernen, Selbstwahrnehmung fördern, Konfliktfähigkeit erlernen, Kompetenzen bewusst machen….
Jungen die Möglichkeit bieten, frühzeitig Erfahrungen in einer geschlechtshomogenen Gruppe zu machen. Wie verhalten sich Jungen, wie ist es ein Junge zu sein, („ wie fühl ich mich als Junge, wie geh ich mit Anderen um?“ (was macht ein Junge, was darf ein Junge/ was macht er nicht/darf er nicht/ - toben, sauer sein, traurig sein, mit Mädchen spielen…),
Identität, Jungen und Mädchenbilder, Gefühlsäußerungen, Aggression, Konflikte …
- Väterprojekt

Kooperierende Einrichtungen: Louise Schroeder Schule und Haus Drei
Angebot: Vätergruppe
Soziale Gruppenarbeit, Gespräche, Kontakte, Austausch, Erlebnis und Abenteuer, Klettern, Spiele, Aktion draußen (im Park und im Stadtteil) und drinnen, Wandern, Armdrücken, Boxen, Kampfesspiele, Kochen, City-Bound (Erlebnispädagogik in der Großstadt), gemeinsame Unternehmungen mit den Söhnen, Vater-Sohn-Wochenende
Zielgruppe: 13 Väter bzw. männliche Bezugspersonen (Onkel, Bruder, Partner der Mutter...) der Mitglieder der Jungsgruppe (Louise Schroeder Schule, Haus Drei)
Hintergrund:
13 Jungs einer vierten Klasse der Louise Schroeder Schule werden einmal in der Woche von einem Sozialarbeiter und einem Schulerzieher betreut. In Erweiterung dieses Projekts und in Anlehnung an den Bedarf der Jungen nach männlichen Bezugspersonen soll ein Angebot für deren Väter geschaffen werden, um sie selbst und ihre Beziehung zu ihren Söhnen zu stärken. Den Vätern bzw. männlichen Bezugspersonen soll ein Rahmen geschaffen werden, in dem sie sich mit ihren vielfältigen Rollen als Mann, Vater und Vorbild auseinandersetzen können. Sie sollen durch Austausch und Aktivitäten motiviert werden, sich mehr an der Entwicklung ihrer Söhne zu beteiligen - und zwar nicht nur als Erlebnisvater, sondern auch in der Alltagsroutine. Vater sein macht Spaß. Die Zeit, die man mit seinen Kindern verbringt, ist ein großer Gewinn für die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Es ist toll zu wissen, wann der Sohn sein letztes Tor im Fußballtraining geschossen hat, und welche Fortschritte er im Matheunterricht macht. Der projektleitende Sozialarbeiter bildet die Schnittstelle zwischen Vätern und Söhnen – er knüpft zu beiden Seiten eine Beziehung und kann so optimal zwischen ihnen vermitteln.
- City-Bound, Erlebnispädagogik in der Großstadt

Einwöchige Erwachsenenfortbildungen für pädagogische Fachkräfte im Rahmen einer Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik für das KAP-Institut
City-Bound als Ansatz der Erlebnispädagogik hat neben Lernen durch Erleben als Schwerpunkt - Kommunikation und Interaktion mit den Menschen der Stadt.
Alles was man sich vorstellen kann ist auch in der Stadt umsetzbar. So haben die Teilnehmer der bisherigen City-Bound-Kurse folgende Aktionen verwirklicht:
-Interviews geführt mit Polizei, Feuerwehr, Firmen, Hotels, Prostituierte, Zuhälter...
-Öffentliche Auftritte an belebten Plätzen, Reden gehalten, Diabolo präsentiert, getanzt, gesungen, demonstriert, Kunst mit Stühlen, Aktion mit gelbem Sofa, als Dittsche im Orginal Imbiss, als Punk und Bettler "gearbeitet", mit Rollstühlen durch Hamurg gefahren...
-Übernachtet bei der Freiwilligen Feuerwehr Finkenwerder, auf dem Dampfeisbrecher Stettin, in einer Obdachlosenunterkunft (Halle/Saale).
-Hospitiert in Drogeneinrichtung Drob Inn, auf der Pferderennbahn, in der U-Bahn ohne Fahrgäste beim Fahrer mitgefahren, eine komplette Eishockeytorwartausrüstung anprobiert, als Postbotin gearbeitet, beim FC St.Pauli, im Seemannsheim...
Herausforderungen nach dem Motto: "Was ich schon immer mal machen wollte, aber mich nie getraut habe."
- Gewaltprävention durch Kampfesspiele®

Jungen wollen über kraftvollen, dynamischen Körperkontakt sich selbst und andere spüren.
Manchmal nehmen sie dafür sogar Gewalt in Kauf. Mit der Methode Kampfesspiele® von Josef Riederle erleben die Jungen, dass man sich auf faire und respekvolle Weise körperlich auseinandersetzen kann ohne Gewalt anzuwenden.
- Workshops zum Thema "Zivilcourage" für die Klassen 9 und 10

Was kann ich tun wenn ich bedroht werde?
Wie kann ich anderen in einer bedrohlichen Situation helfen?
Diesen und anderen Fragen gehen die Jugendlichen in den Seminaren auf den Grund.
Anhand von praktischen Übungen und Rollenspielen lernen die Schüler wie sie sich in einer bedrohlichen Situation am besten helfen können.